Presseinfo - Juni 2014

Jeder dritte Schüler ist von Cybermobbing betroffen

Neues Internetportal www.cybermobbing-hilfe.de bietet umfassende Hilfe im Web

Im Mai 2014 hat facebook das Projekt „Mobbing stoppen“ gestartet, beinahe zeitgleich hat auch das Bayrische Bildungsministerium gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse neue Unterrichtsmaterialien zu diesem Thema veröffentlicht. Auch in NRW ist eine Aktion gegen Cybermobbing gestartet: Adam Butkiewicz aus dem münsterländischen Beckum hat seine Erfahrungen zu einer Service-Internetseite verdichtet, die damit zur zentralen Cybermobbing-Info im Netz wird.

Nein, der 29-Jährige wurde selbst nie Opfer der Beleidigungen über facebook oder youtube. Aber als Trainer der Warendorfer Volleyball B-Jugend hat er zahllose Male miterlebt, wie sehr sich die Generation der heute 13- bis 17-Jährigen fast nur noch via facebook und anderer sozialer Netzwerke austauscht. Auch sein 14-jähriger Halbbruder hat ihm von Mobbing-Fällen in seiner Schule erzählt und davon, dass er sich unter anderem aus Angst vor Cyber-Mobbing nicht bei facebook anmeldet. Das hat den großen Bruder Adam nachdenklich gemacht.

Adam Butkiewicz

Butkiewicz, der erst kürzlich einer Mädchen-Fußballmannschaft des SV Neubeckum neue Trikots mit der Domain "cybermobbing-hilfe.de" statt Sponsor-Schriftzug gestiftet hat, ist ein IT-Profi. Manche würden ihn vielleicht – im besten Sinne – als Nerd bezeichnen. Einer jener Typen, die nicht viel sagen und eher machen. So wie damals, als er sich im Kosovo als junger Betreuungssoldat mit den sozialen Nöten der Soldaten auseinander setzte. Nun also im Hier und Jetzt berührt ihn das Thema Cybermobbing. Er scharrt Fachleute um sich und nimmt Kontakt zu allen relevanten Beratungsstellen auf. Bündnis gegen Cybermobbing, Nummer gegen Kummer und auch die www.polizei-beratung.de. Er befragt Spezialisten und entwickelt daraus eine deutschlandweit einzigartige Infoplattform: www.cybermobbing-hilfe.de

Die Seite richtet sich an betroffene Schüler, Eltern und Lehrer und bietet zahlreiche Beratungsstellen und erste Tipps. Und sie zeigt auch, wie machtlos man sich bei den erniedrigenden Attacken im Web fühlt. Selbst wenn das Opfer es schafft, diffamierende Inhalte von einer Seite zu löschen, können diese bereits tausendfach geteilt sein. Löschen ist im Web unmöglich. Stattdessen kann eine breite Öffentlichkeit davon Notiz nehmen. Und damit erlischt auch der letzte Schutzraum in den heimischen vier Wänden, weil eben auch dort das Internet ist. Das Opfer wird tatsächlich auf allen persönlichen Ebenen erreicht, erklärt Dr. Catarina Katzer von Bündnis gegen Cybermobbing e.V..

Butkiewicz ist mit dem Rechner aufgewachsen, hat mit 15 erste Internetseiten programmiert und mit 17 den ersten kommerziellen Auftrag erledigt. Er durchdringt die IT-Systeme und gehört damit zur Generation der Digital-Natives – zu denen, die die Logik eines Rechners mit der Muttermilch aufgesogen haben. Aber er sieht auch die Gefahren für junge Menschen: „Es trifft meistens die Stillen, die Kleineren und die Besonderen. Die, mit den Talenten, und die fallen mir auf. Sie trifft die Wucht des Cybermobbings doppelt und dreifach“, erklärt Butkiewicz seine Motivation für die Seite. Auch die Studie der Universitäten belegen, dass Cybermobbing und „normales“ Mobbing ein anderes Täter-Opfer-Muster formen. Cybermobbing ist unfassbarer und durchdringt die physische und psychische Welt eines Schülers ganz und gar.

cybermobbing-hilfe.de ist komplett werbefrei und verfolgt keine gewerblichen Interessen.


Sponsor Adam Butkiewicz